Darf man in der Schwangerschaft fasten?

Am heutigen Aschermittwoch beginnt in diesem Jahr nicht nur die christliche Fastenzeit, sondern auch der muslimische Fastenmonat Ramadan. Die christliche Fastenzeit endet am 4. April – traditionell sind die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen, sodass 40 Fastentage bleiben. Der Ramadan endet mit dem Fastenbrechen am 20. März.

Ob nun der muslimische Ramadan oder die christliche Fastenzeit: Manche fasten aus religiösen oder spirituellen Gründen, andere wollen die Gelegenheit nutzen, den Körper zu entgiften und zu entschlacken oder vor dem Frühling ein paar überflüssige Kilos loszuwerden, um im Sommer eine gute Figur zu machen. Doch die werdenden Mütter sollten diesem Trend nicht folgen.

Nicht für zwei essen, aber auch nicht hungern!

In der Schwangerschaft ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung besonders wichtig, denn die gute Versorgung mit Mikronährstoffen bildet eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen optimalen Schwangerschaftsverlauf und die gesunde Entwicklung des Kindes.

Zwar sollten Schwangere keineswegs für zwei essen, doch vom Fasten (Teilfasten, Intervallfasten – egal in welcher Form) – auch als Mittel zur Gewichtskontrolle während der Schwangerschaft – raten Ärzte dringend ab.

Aus diesen Gründen in der Schwangerschaft bitte nicht fasten

  1. Beim Fasten (insbesondere beim Vollfasten) werden die Giftdepots in den Fettzellen aufgelöst und ins Blut geschwemmt. Diese Flut an Giftstoffen kann fatale Folgen für das Ungeborene haben.
  2. Fasten kann zu einer Verkleinerung der Plazenta führen: Einerseits kann ein zu kleiner Mutterkuchen die optimale Versorgung des Ungeborenen nicht gewährleisten. Andererseits kann ein erhöhtes Herz-Kreislauf- sowie Diabetesrisiko der Kinder die Langzeitfolge dieser Unterversorgung sein.
  3. Fasten macht Kinder kleiner: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft fasten, sind als Erwachsene geringfügig leichter und kleiner als Kinder von Müttern, die sich in dieser Zeit vollwertig ernähren.
  4. Fasten bedeutet, dass dem Organismus weniger Mikronährstoffe zugeführt werden. Damit das Baby sich richtig entwickeln kann, ist dies während einer Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden.

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Ernährungsumstellung möglich

Wenn Sie schwanger sind und aus religiösen Gründen teilweise fasten möchten, sollten Sie sich dazu unbedingt von Ihren Ärzten beraten lassen. Bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf spricht beispielsweise nichts dagegen, zeitweise Fleisch aus Ihrem Speiseplan zu verbannen – dies aber selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass der Körper ausreichend mit Proteinen (pflanzlichen Ursprungs) versorgt wird. Fisch ist während der Schwangerschaft ausdrücklich empfohlen, sollte jedoch aufgrund der potenziellen Schwermetallbelastung nicht häufiger als zweimal pro Woche verzehrt werden.

Verzichten können Sie natürlich ruhig auf Süßigkeiten, Cola und Fast Food, zumal diese aus ernährungswissenschaftlicher Sicht weder für Sie, noch für das Baby einen Mehrwert bieten. Ein Auslassen von ganzen Mahlzeiten, auch nur einigen wenigen, sollte jedoch auf keinen Fall Bestandteil des Fastens während der Schwangerschaft werden.

Dies gilt auch für diese werdenden Mütter, die sonst immer im Frühjahr eine Fastenkur machen und eigentlich ungerne darauf verzichten möchten. Ärzte empfehlen, auf jeden Fall die Schwangerschaft und die Stillzeit abzuwarten – dem Ungeborenen zuliebe.

Überarbeitung eines Originalbeitrags

Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus dem Februar 2015. Bei der letzten Aktualisierung im Februar 2026 haben wir den Beitrag um Hinweise zum Ramadan erweitert und die internen Links aktualisiert.

Autoren: Katarzyna Zajchowska & Stephan-Nicolas Kirschner
Bild-Copyright © [puamelia] / flickr (CC BY-SA 2.0)

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